GGP-2025-01-09
Franz Joseph: Dezember 1814: revolutionäre Verhältnisse, 18 Jahre kommt auf den Thron, statt Ferdinand I..
Berater Fürst Schwarzenberg und Feldmarschall Radetzky, Revolution niederschlagen und neue absolutistische Herrschafft => Neoabsolutismus => nicht sehr beliebt.
gescheitertes Attentat in 1853, Hochzeit mit Sisi
Eng mit der Kirche, 1855 Konkordat: Schulen unter Kirchenaufsicht.
Wirtschaftspolitik gut, 1859 Gewerbeordnung Zünfte aufheben, Messsysteme Vereinheitlicht
Schwere Kriegsverluste (1859 Lombardei, 1866 Venetien), vernichtende Niederlage 1866 bei Königgrätz zerstört Vorstellung von deutscher Einigung
1860 wurden Landtage zugelassen, aber wieder zurückgenommen
1867, ein Jahr nach Niederlagen wurden Österreich und Ungarn getrennt und bekamen eine eigene Verwaltung und die jeweiligen Nebenländer.
Außen, Krieg und Finanzministerium gemeinsam, Franz Josef ist Kaiser von Österreich und König von Ungarn. Grenze war die Leitha
1867 Verfassung vom Reichsrat, Gewaltentrennung: Kaiser + Regierung in der Exekutive, Legislative war Reichsrat, bestehend aus Herrenhaus mit Abgeordneten vom Kaiser und Abgeordnetenhaus mit Volksvertretern.
Auch Unabhängigkeit der Richter, freie Meinungsäußerung und Vereine
Gründerzeit (1867-1879): Zuerst Liberale im Reichsrat: bürgerliche Grundrechte, weniger Einfluss der Kirche, Führungsrolle der deutschsprachigen Bevölkerung
Vertreter: Ernst von Plener, Moritz Benedikt (Gründer der Presse)
enormer Wirtschaftsaufschwung (teilweise durch Spekulation), große öffentliche Gebäude, Wohnpaläste
Allgemeines (Männer)-wahlrecht
Zuerst nur Wahl mit hoher Steuerleistung, im Reichstag nur Parteien die Reiche vertreten, konservative Regierung unter Taaffee ab 1879 erweiterte das Wahlrecht auf mehr Bevölkerung
1873: erste direkte Wahlen, einteilung in Kurien nach Steuerleistung, später auch für alle über 25. Kurien hatten bestimme Abgeordnetenanzahl, nicht nach Bevölkerungsgröße
Nationalrat
183 Abgeordnete, direkt gewählt für fünf Jahre (Legislaturperiode), jederzeit Neuwahlen möglich
Aufgaben:
- Beratung und Beschluss von Gesetzen
- Transparente Politik, Sitzungen öffentlich
- Kontrolle: prüft Regierung
An 2-3 Tagen pro Monat Plenarsitzungen (Vollversammlung)
Ausschüsse für Gesetzesbeschlüsse, Bericht an Plenum, nicht öffentlich
Bundesrat (Länderkammer): mit NR Gesetzgebung, Mitglieder von Landtagen
Gang eines Gesetzes
- Gesetzesantrag durch Regierung, NR Ausschuss, NR Mitglied, Bundesrat, Volksbegehren
- Erste Lesung: Beratung, Zuweisung an Ausschuss
- Zweite Lesung: Beratung über Entwurf von Ausschuss, Generaldebatte: grobe Umrisse, Spezialdebatte: feinheiten
- Dritte Lesung: Abstimmung
- Bundesrat kann Einspruch erheben
- Bundespräsident Beurkundet
- Bundeskanzler macht Gegenzeichnung
- Kundmachung im Bundesgesetzblatt
Arten von Gesetzen:
- Verfassungsgesetze: wichtige Angelegenheiten, Zwei drittel der Anwesenden, Hälfte muss Anwesend sein
- Einfache Bundesgesetze: viel leichter zu beschließen, Hälfte der Anwesenden, ein Drittel muss anwesend sein
Mitglieder können frei Abstimmen, allerdings Klubzwang (Ausschluss aus Partei), verlieren aber nicht Mandat
Berufliche Immunität: Abgeordnete dürfen wegen Abstimmen und Äußerungen nur vom NR zur Verantwortung gezogen werden
Außerberufliche Immunität: Nur dann gerichtlich verfolgt werden wenn Tat nicht mit politischer Tätigkeit Zusammenhängt
Unvereinbarkeit: Interessenkonflikte vermeiden, z.B. dürfen nicht EU und Bundesrat sein
Kontrolle der Regierung: Anfragen an Regierungsmitglieder, Untersuchungsausschüsse und Misstrauensanträge
Rechnungshof überprüft die Finanzen des Bundes und Berichtet an NR
Volksanwaltschaft: Misstände in der Verwaltung, Bericht an NR
Erster Weltkrieg
Sommermanöver der Armee 1914 in Bosnien nahe bei Serbien
28. Juni 1914 Vivodan: nationaler Gedenktag für Untergang des Serbischen Reiches, Besuch von Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo geplant, Reise war schon lange bekannt
Serbien hat vor Attentaten gewarnt, keine Absage weil sonst Feigheit, Sicherheitsmaßnahmen schlampig, Route war wegen Polizeibewachung bekannt.
Bei Fahrt zum Rathaus verfehlte Handgranate, traf Auto dahinter, einige Verletzte.
Nach Empfang im Rathaus Routenänderung zum Spital, Fehler und Stop der Autos, zweiter Attentäter konnte auf sie schießen
Gavrilo Princip, österreichischer Staatsbürger, Mitglieder der "Schwarzen Hand", Franz Ferdinand und Frau noch im Auto gestorben. Motive nicht ganz geklärt, Ferdinand hätte Reform gegen Serbische Interessen geplant. Serbischer Geheimdienst wusste, hat nichts unternommen.
Österreich will Serbien einen "Denkzettel verpassen", deutsche Armeeführung riskiert Krieg und gibt "Deutschland geht mit" and Österreich weiter
Ultimatum: auf 48 Stunden befristet, konnte nicht angenommen werden, österreichische Beamte dürften in Serbien tätig sein (schwerer eingriff in Souveränität), Antwort war diplomatisch, alle Punkte außer dieser akzeptiert, internationales Gericht sollte darüber entscheiden, Österreich fand das ungenügend und erklärte am 28. Juli 1914 den Krieg
Frankreich sicherte Russland Unterstützung, England wollte keinen Krieg aber Frankreich unterstützen.
Großmächte versuchten zu Verhandeln, aber Militärs bestimmten schon Politik, alle glaubten der Krieg wäre bis Weihnachten 1913 (knapp 5 Monate) vorbei, daher Reihe von Ultimaten die alle abgelehnt wurden und Kriegserklärung von Deutschland und Österreich
Deutschland erklärt Russland den Krieg, Frankreich unterstätzt Russland, Deutschland marschiert durch Belgien => England und Japan erklären Mittelmächten den Krieg, Italien ist neutral.
Schlieffenplan, von Deutschland für Zweifrontenkrieg: Russland ist langsam, zuerst nach Westen gehen, die Franzosen zu umfassen und einkesseln, im Osten hält Österreich die Russen auf bis Frankreich besiegt ist.
Durchführung: Russland hat doch Angegriffen, rechter Flügel war deshalb nicht so stark und die Schwenkbewegung konnte nicht passieren, Lücken und Halten bis Rückzug zum Schließen und Stillstand, Maschinengewehre hielten Angriffe ab. System von Schützengräben, Bunkern und Drahten => Stellungskrieg
Im Osten Überläufer und Logistikprobleme, Österreich verliert, Deutschland stoppt Vorstoß
Englische Flotte macht Seeblockade, verlust von Importen (Nahrung). Deutsche Flotte blieb wegen Übermacht im Hafen, U-Boot-Krieg stattdessen, Meer um England wurde zur Sperrzone
7. Mai 1915: Passagierschiff Lusitania wird versenkt, hatte Kriegsmaterial geladen, Öffentlichkeit in USA verlangte Kriegseintritt, Präsident noch nicht bereit.
Türkei tritt Mittelmächten bei, England fürchtet Verlust von Meerengen an Russland, scheitert bei Verteidigung, Marineminister Winston Churchill tritt zurück.
Italien verlangte Südtiroler Gebiete für Kriegseintritt, Österreich lehnt ab, Entente bietet Italien Istrien, Albanien, Türkische Gebiete an, Mai 1915: Italien erklärt Österreich den Krieg
Bulgarien hatte "offene Rechnungen" mit Serbien, trat Mittelmächten bei
Oktober 1915: Angriff auf Serbien, bis Jahresende besiegt. Österreich wollte noch Albanien und Montenegro, Deutschland zog seine Truppen wieder für den Westen ab.
Ziel war Ende des Stellungskrieges, Deutschland setzte Giftgas ein, seit Oktober 1914 vorbereitet, zuerst Chlorgas (billig). Bei Ypern am 22.April 1915 großer Einsatz, 15 000 Engländer verletzt, 5 400 sofort tot, Durchbruchsversuch von Deutschland scheiterte trotzdem. Ab da Giftgas von allen Ländern verwendet.
1916 neue Deutsche Strategie: Ermattungsstrategie, Gegner schwerer schaden als selbst, anders als bei Stellungskrieg bis jetzt.
Schlacht von Verdun: erste Materialschlacht (durch Materialeinsatz (Artillerie, Maschinengewehre) möglichst hohe gegnerische Verluste), achtstündiges Trommelfeuer, tausende Tote pro Tag (Hölle von Verdun). Zur Entlastung im Juli an der Somme ähnliche Materialschlacht.
Im Herbst Ende von Verdun, fast keine Änderung, Frankreich ~360 000 Opfer, Deutschland 337 000, 150 000 Vermisst.
31. Mai 1916 Seeschlacht beim Skagerrak: Deutschland wollte England angreifen, England hat Deutschland erwartet, Schlacht abgebrochen
6.April 1917: USA erklärt Deutschland den Krieg, Österreich im Dezember weil U-Boot-Krieg und Verschuldung von England, man hoffte auf Kriegsende vor Jahresende weil Russland wegfiel.
Russland hatte Bauern als Armee => Hungersnot, Streiks, im März (Russland Februar) Streikten Soldaten, Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung, an der Front gab es Chaos, der Zar dankte ab (Februarrevolution).
Alexander Kerenski, Ministerpräsident brachte Soldaten zur letzen Kraftanstrengung (Kerenski-Ovvensiven), hohe Verluste
Wladimir Lenin, im Exil, kommt mit Hilfe von Deutschland nach Russland um mit den Bolschewiken (extreme Linke) eine Diktatur des Proletariats nach Karl Marx errichten, brachte Geld und Parolen mit: Land, Frieden, alle Macht den Sowjets
Österreich hatte Kriegsziele erreicht, Franz Joseph starb und 1916 kam Karl I., sine Schwager Sixtus von Bourbon-Parma kam nach Österreich für Friedensgespräche, nicht mit Deutschland abgeklärt, als Verrat bezeichnet, österreichisches Armeekommando war jetzt unter deutschem Generalstab.
Deutschland und Österreich starteten am Isonzo einen Angriff gegen Italien, Front brach zusammen, französische Unterstützung, Mittelmächte glaubten an Kriegsende.
Seit 1915 arbeiten an Panzern, vereinzelt 1916, sehr langsam, 1917 Überzeugung vom englischen Generalstab über eigene Taktik: im November bei Cambrai, kurzes Trommelfeuer, Nebel, fast 400 Panzer, sofort deutsche Linie durchbrochen. Bis Kriegsende hatte Entente über tausend Tanks, Deutschland nur zwanzig.